Aktuelles

7. Mai 2012, Berlin, Bonn, Karlsruhe, München, Stuttgart: Verbundprojekt Biodiversitäts-Netzwerk des Humboldt-Rings (BiNHum) von DFG genehmigt.

In den naturkundlichen Forschungsmuseen sind wegen heterogener Ansprüche und aus historisch begründet verschiedene elektronische Sammlungserfassungssysteme in Verwendung. Der Humboldt-Ring hat sich die Harmonisierung der Datenstrukturen zum Ziel gesetzt, um die Datenaustauschmöglichkeiten Biodiversitäts-bezogener Daten der verschiedenen Einrichtungen zu verbessern. Darüber hinaus ist ein gemeinsames Datenportal des Humboldt-Rings geplant. Im vergangenen Jahr wurde deshalb bei der DFG ein entsprechender Verbundantrag im Rahmen des LIS (Literatur- und Informationssysteme)-Verfahrens eingereicht, der nun genehmigt ist. Die Fördersumme der DFG beträgt rd. 760.000 Euro bei einer Laufzeit von 3 Jahren.

28. April 2012, Bonn, München, Stuttgart, Karlsruhe:
Die Automatisierung der Erfassung von Biodiversität: Zukunftsweisende Großforschung im Humboldt-Ring (GBOL)

Biodiversität ist Artenvielfalt, und damit der größte Schatz unseres Planeten, der nirgendwo sonst im Universum vorkommt, vielseitig nutzbar ist, und dazu noch nachwachsen kann, wenn man die Arten nicht ausrottet und Naturlandschaften erhält. Unser Problem mit der Vielfalt ist, dass niemand sie überblicken kann. Ca. 1,8 Millionen Arten wurden bisher entdeckt. Spezialisten (Taxonomen) kennen davon maximal einige Tausend, öfters nur wenige Hundert, die sicher unterschieden werden können. Stichproben in den Tropen belegen, dass der größte Anteil der Arten (ca. 90%) noch gar nicht wissenschaftlich erfasst wurde. Hunderte von Forschern müssten ihr ganzes Leben der Entdeckung von Arten widmen, um diesen Schatz zu inventarisieren. In der Zwischenzeit wird mehr zerstört als entdeckt. Will man die Pracht unseres Planeten erhalten, müssen wir alles tun, um zum Schutz wertvoller Habitate die Präsenz dieser Arten möglichst schnell zu dokumentieren, ehe sie z.B. zum Zweck der Erzeugung von Biotreibstoffen vernichtet werden.

Diese gewaltige Aufgabe ist mit den bisher etablierten Techniken nicht zu lösen. Um dieses Hindernis zu beseitigen, hat nun das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit der Förderung des Großprojektes GBOL (German Barcode of Life) begonnen, das vom Humboldt-Ring durchgeführt wird. Ein Netzwerk von Spezialisten (Artenkenner) aus Forschungsmuseen, Universitäten, Vereinen und Verbänden arbeitet an einer beispielhaften Inventarisierung der Biodiversität Deutschlands. Das Wissen dieser Experten wird in Computersystemen gespeichert und steht dann für alle Zeiten zur Verfügung.

Die Identifikation von Arten gleich welcher Organismengruppe (Einzeller, Pilze, Algen, Pflanzen, Tiere) ist dank neuer genetischer Technologien mit automatisierbaren Methoden schnell und sicher möglich. Voraussetzung dafür ist der Aufbau von Datenbanken mit den Informationen über Genabschnitte, die für jede Art typisch sind. Das Vorgehen ähnelt den Verfahren, mit denen Kriminalämter aus Speichelproben Übeltäter identifizieren. Dieses sogenannte „DNA-Barcoding“ ist universell einsetzbar und wird derzeit mit internationalen Initiativen global koordiniert.

Wer künftig Informationen braucht, wie Artenlisten für Umweltgutachten, die Identität von gebietsfremden Arten oder Krankheitsüberträgern, für die Analyse von Veränderungen des Artenbestandes durch Klimawandel, Verbesserung des Artenschutzes durch Landschaftspflege, Identifikation von Schädlingen und Nützlingen für Pharmazie, Land- und Forstwirtschaft, und allgemein für jede Fragestellung in Wissenschaft und Forschung, die auf die korrekte Identifikation von Arten angewiesen ist, wird DNA-Barcoding nutzen können. Bis dahin ist noch viel Arbeit zu leisten. Die Fortschritte können künftig im Internet verfolgt werden (http://www.bolgermany.de/). Artenkenner, die mitarbeiten wollen, sind herzlich willkommen.

Das Projekt GBOL stärkt Bonn als Standort der Forschung für Nachhaltigkeit. Dazu passt, dass das Land NRW zusammen mit dem Bund am Museum Koenig das Zentrum für Molekulare Biodiversitätsforschung aufbaut, was dazu beitragen wird, die begabtesten Nachwuchswissenschaftler in NRW zu halten.

Link: www.bolgermany.de

18. Mai 2011, Osnabrück  Bei seiner Sitzung im Museum am Schölerberg in Osnabrück haben die Mitglieder des Humboldt-Rings Prof. Gerhard Haszprunar, Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, einstimmig ohne Gegenstimme zum Sprecher gewählt. Die Funktionsperiode des Sprechers beträgt 3 Jahre. Ferner wurde beschlossen, dass die Mitgliedschaft der einzelnen Humboldt-Ring Einrichtungen in CETAF (Consortium of European Taxonomic Facilities, http://www.cetaf.org/) einer Mitgliedschaft des Humboldt-Rings vorgezogen wird, um die Größe und Bedeutung der Sammlungen Deutschlands in CETAF mit angemessenen Stimmrechten zu vertreten.

2.2.2011 Die nächste Sitzung des Humboldt-Rings findet am 9. März in Osnabrück statt. Bei dieser Sitzung wird der neue Sprecher benannt.

31.12.2010, Berlin: Der Gründungssprecher des Humboldt-Rings, Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin, verlässt zum Jahresende 2010 das Museum und kann daher nicht mehr als Mitglied des Humboldt-Rings zur Verfügung stehen. Kommissarischer Leiter des Museums für Naturkunde Berlin ab 1.1.2011 ist Dr. Ferdinand Damaschun.

26.7.2010, Frankfurt am Main: Auf der heutigen Sitzung der Deutschen Naturwissenschaftlichen Forschungssammlungen (DNFS) in Frankfurt am Main wurde eine Präzisierung des Verhältnisses deutscher Sammlungs- und Museumsnetzwerke vorgenommen. Die DNFS versteht sich danach als den umfassenden Dachverband bzw. das Gesamtkonsortium aller deutschen Forschungssammlungen. Die Rolle der Fachgruppe Naturwissenschaftliche Forschungssammlungen des Deutschen Museumsbundes soll gestärkt werden, da die Fachgruppe insgesamt über mindestens 30 Millionen Sammlungsobjekte verfügt. Damit gibt es innerhalb der DNFS drei sich ergänzende Entwicklungsmodelle für Kooperationen, Synergiebildung und konstitutionelle Veränderungen: die Fachgruppe des DMB, die sich um Mehrspartenhäuser sowie kleinere und mittlere naturkundliche Sammlungen kümmert, die Senckenberg-Institution, bei der ehemals eigenständige Häuser in einer Institution fusionierten, sowie den Humboldt-Ring, dessen Zusammenarbeit sich trägerübergreifend auf einem schriftlichen Kooperationsvertrag begründet und der sich als Entwicklungsmodell versteht. Zwischen diesen drei Gruppen, aber natürlich auch darüber hinaus bestehen enge zusätzliche Kooperationen (etwa innerhalb der Leibniz-Forschungsmuseen).

Verbunden mit dieser Präzisierung ist auch eine Entflechtung der Leitungen. Am 26.7.2010 wurde Johanna Eder, Direktorin des Staatl. Museums für Naturkunde Stuttgart zur Vorsitzenden der DNFS gewählt, die alten Vorstandsmitglieder kandidierten nicht mehr.

Die drei in der DNFS vertretenen Gruppen werden nun folgendermaßen geleitet:

  • Fachgruppe Deutscher Museumsbund: Norbert Niedernostheide, Museum am Schölerberg, Osnabrück
  • Senckenberg-Institution: Volker Mosbrugger, Senckenberg Naturforschende Gesellschaft, Frankfurt a.M.
  • Humboldt-Ring: Reinhold Leinfelder, Museum für Naturkunde Berlin.

Personelle Links zu anderen Verbünden sind zusätzlich vorhanden, so ist Volker Mosbrugger der Präsidiumsbeauftragte der Leibniz-Gemeinschaft für den Leibniz-Biodiversitätsverbund; Reinhold Leinfelder ist Präsidiumsbeauftragter der Leibniz-Gemeinschaft für deren Forschungsmuseen sowie Vizepräsident des Deutschen Museumsbundes.

Weitere für naturkundliche Forschungsmuseen wichtige Sammlungsnetzwerke sind vor allem internationaler Art, darunter die CETAF (Consortium of European Taxonomic Facilities, Leitung nun Christoph Häuser, Museum für Naturkunde Berlin), welches nun nach dem Vorbild der DNFS einem auch rechtlich selbständigen Konsortium großer europäischer Forschungsmuseen entspricht, die im Aufbau befindliche OECD-GlobalScienceForums-Initiative Scientific Collections International, sowie mehrere EU-Projekte (etwa SYNTHESYS 2, EDIT, BHL-Europe sowie weitere).

28.10./3.11.2009, Stuttgart: Auf der Sitzung des Humboldt-Rings in Stuttgart wurde der "Botanische Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem - Zentrale Einrichtung der Freien Universität Berlin" in das Konsortium "Humboldt-Ring" aufgenommen. Der Humboldt-Ring freut sich über diese inhaltlich wichtige Ergänzung.

aus der Pressemeldung des Humboldt-Rings:

Mit verstärkten Kräften für den Erhalt nationalen Kulturguts

Humboldt-Ring, Deutschlands größte Einrichtung für Biodiversitäts- und Evolutionsforschung, nimmt weiteres Mitglied auf. Mitglieder verpflichten sich zu gemeinsamer Vorgehensweise beim Erhalt national bedeutender Naturobjekte.

Stuttgart: Der am 24. September 2009 als Konsortium von ursprünglich fünf großen, international tätigen Forschungsmuseen gegründete Humboldt-Ring hat sich am 28. Oktober um einen weiteren Partner erweitert: den Botanischen Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem (BGBM). Damit sind die beiden wichtigsten botanischen Gärten und Herbarien Deutschlands in Berlin und München Mitglied im Humboldt-Ring. Das Konsortium einigte sich außerdem auf ein abgestimmtes Vorgehen beim Erwerb von herausragenden naturkundlichen Sammlungen und Einzelobjekten.

>> Pressemeldung weiterlesen

13.10.2009, Halle/Berlin: Wohin mit den naturkundlichen Sammlungen der Universität Halle? Stellungnahme zum Artikel "Beeindruckend, aber nicht bezahlbar" des Dekans der Naturwissenschaftlichen Fakultät 1 der Universität Halle.

Die Universität Halle besitzt überaus wertvolle naturkundliche Sammlungen. Deshalb ist es sehr begrüßenswert, dass die Universität plant, ein eigenes Universitätsmuseum einzurichten. Der Vorschlag des Dekans der Naturwiss. Fakultät 1, hier nur eine Ausstellung zu präsentieren, die wissenschaftliche Sammlung jedoch an eine andere Institution abzugeben, sorgte für Aufregung, insbesondere aufgrund der sehr umstrittenen Einschätzung des wissenschaftlichen Werts der Sammlungen durch den Dekan. Der Vorsitzende der DNFS und Sprecher des Humboldt-Rings, Reinhold Leinfelder reagierte mit einer Stellungnahme.

>> Einschätzung des Dekans: "Sammlungen, die ursprünglich in jedem Institut existierten, werden meistens nur noch als Relikte mitgeschleppt. " Den Originalartikel finden Sie in Scientia Halensis, der Zeitschrift der Universität Halle, in Ausgabe Juli 2009 auf S. 13 (> Juli 09 Ausgabe)

>> Einschätzung von R. Leinfelder: "Genuiner Teil einer weltweiten Forschungsinfrastruktur " Die gekürzte Stellungnahme von Reinhold Leinfelder erschien heute in Scientia Halensis, Ausgabe Oktober 2009 auf S. 6 (> Oktober 09 Ausgabe), die komplette Version ist ebenfalls auf dem Server der Uni Halle zu finden werden (> hier).

24.9.2009 Gründung des Humboldt-Rings – ein neuartiger Verbund deutscher Forschungsmuseen

Pressemeldung vom 24.9.2009, Berlin/Bonn/Karlsruhe/Stuttgart/München: Der Humboldt-Ring - 75 Mio. Sammlungsobjekte als gemeinsame Ressource für integrative Forschung

Die fünf großen, international tätigen naturkundlichen Forschungsmuseen in Berlin, Bonn, Karlsruhe, Stuttgart und München unterzeichneten heute ein Kooperationsabkommen zur Gründung eines neuen Verbunds, des "Humboldt-Rings", der in seiner Gesamtheit für Deutschland einmalig ist: Die beteiligten naturwissenschaftlichen Sammlungen und Forschungsinstitute bilden mit ihren zusammen über 75 Mio. Objekten umfassenden wissenschaftlichen Sammlungen, ihren zahlreichen Laboren und Bibliotheken und über 290 Wissenschaftlern die größte naturkundliche Forschungsinfrastruktur in Deutschland.

Im Einzelnen handelt es sich bei den Mitglieder um das Museum für Naturkunde Berlin, das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig (Bonn), das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe, das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart und die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (München).

Übergeordnetes inhaltliches Ziel ist die Förderung und der Ausbau innovativer, integrativer Forschung inklusive der dazu notwendigen Infrastruktur im Bereich der Biodiversität und Evolution sowie zu den Wechselwirkungen zwischen unbelebter und belebter Natur, der System-Erde-Forschung. Der Humboldt-Ring strebt, bei gleichzeitiger Bewahrung der föderalen Eigenständigkeiten der verbundenen Institutionen eine gemeinsame Vertretung in nationalen und internationalen Angelegenheiten an. Neben den fünf Gründungsmitgliedern ist der Ring auch offen für weitere, überregional bedeutende Einrichtungen, die ebenfalls die genannten Prinzipien und Ziele unterstützen.

Reinhold Leinfelder, der Gründungssprecher des Humboldt-Rings sowie Leiter des Konsortiums "Deutsche Naturwissenschaftliche Forschungssammlungen e.V. (DNFS)" freut sich: "Mit der Gründung des Humboldt-Rings haben wir die Kleinteiligkeit der forschenden Naturkundemuseen in Deutschland endlich überwunden. Mit dem Humboldt-Ring haben sich die herausragenden großen Naturmuseen aus vier Bundesländern zu einer innovativen Verbundstruktur zusammengeschlossen. Die integrative Evolutions-, Biodiversitäts- und System-Erde-Forschung Deutschlands hat damit einen weithin sichtbaren Leuchtturm, gleichsam ein Naturforschungs-Synchrotron bekommen, welches wir zum besseren Verständnis der Dynamik unseres Planeten und der Lösung der großen Umweltprobleme dringend benötigen. Denn nur was wir kennen und verstehen, können wir auch nachhaltig nutzen".

Die Institutionen des Humboldt-Rings verpflichten sich zu gemeinsam abgestimmten Aktivitäten und Strategien in Forschung, Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere der gemeinsamen Nutzung und komplementärer Entwicklung ihrer Forschungs- und Sammlungsressourcen, der Abstimmung ihrer Sammlungs-, Forschungs- und Personalpolitik, der Erarbeitung gemeinsamer Konzepte und Standards zur Verfügbarmachung und nachhaltigen Nutzung von Primärdaten und Forschungsinformation sowie der Einrichtung eines gemeinsamen wissenschaftlichen Beirats. Die Mitgliedsinstitutionen ergänzen sich hierbei und arbeiten Effizienz fördernd auf Augenhöhe zusammen. Sie fühlen sich den Qualitätsstandards der Leibniz-Gemeinschaft verpflichtet.

Der Name des neuen Verbunds wurde zu Ehren des großen deutschen Naturforschers Alexander von Humboldt gewählt, dessen auf Gelände- und Sammlungsarbeit beruhende, interdisziplinärer Erforschung und Vermittlung der Naturgeschichte und Naturprozesse sich die unterzeichnenden Institutionen verpflichtet fühlen.

Die fünf Gründungsmitglieder des Humboldt-Rings:

Museum für Naturkunde - Leibniz Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin
Generaldirektor: Prof. Dr. Johannes Vogel
http://www.naturkundemuseum-berlin.de

Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns
Generaldirektor: Prof. Dr. Gerhard Haszprunar
http://www.snsb.de

Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe
Direktor: Prof. Dr. Norbert Lenz
http://www.naturkundemuseum-karlsruhe.de

Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart
Direktorin: Prof. Dr. Johanna Eder
http://www.naturkundemuseum-bw.de/stuttgart

Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn:
Direktor: Prof. Dr. Wolfgang Wägele
http://www.museumkoenig.de

Hinweis vom 27.10.09: Der "Botanische Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem - Zentrale Einrichtung der Freien Universität Berlin" wurde am 27.10.09 in das Konsortium "Humboldt-Ring" als weitere Mitgliedsinstitution aufgenommen. http://www.bgbm.org

Medienhinweise zur Gründung:

Pressemeldungen u.a.

Medienartikel u.a.

Sonstiges